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Unsere Fahrt nach Usedom vom 07.07. - 12.07.2014

Am Montag sind wir, das sind Marie Helms, Alexander Riese, Janosch Wahlers, Marvin Kohlwey, Melik Isik, Julian Hinken, Pascal Bolles, Ole Sossnar, Maxi Eickmann, Torsten Barkhof, Reiner Herrmann, Jupp Beck sowie Ulrike Krüger mit Blindenführhund Bauxi, nach Usedom gefahren. Wir haben uns gegen 8:30 Uhr im Kunstraum getroffen und dann den Bus samt Hänger und den Caddy beladen. Gegen 9:00 Uhr waren alle Sachen verstaut und wir konnten losfahren.

Gegen 11:00 Uhr haben wir an einem Parkplatz eine Pause gemacht. Dort gab es Tische und Bänke und, wie wir bald merkten, jede Menge Ameisen. Rheuma bekommt von uns so schnell keiner! Nach der Pause ging es dann munter weiter. Auf unserer Strecke war die Autobahn frei, aber auf der anderen Seite gab es zwei Vollsperrungen, weil es dort tüchtig gekracht hatte. Es stand sogar der Rettungshubschrauber auf der Autobahn.

Zwischendurch hat es immer mal ordentlich geregnet und als wir in Anklam ankamen, das ist kurz vor der Überfahrt nach Usedom, hat es nicht nur geschüttet wie aus Eimern, sondern es waren auch noch Straßen abgesperrt. Weit und breit gab es aber kein Umleitungsschild. Es war gar nicht so einfach, den Bus mit dem Anhänger auf diesen engen Straßen zu wenden, aber Herr Beck hat es geschafft ohne irgendwo anzuditschen. Kurz bevor wir über die Brücke nach Usedom fuhren, hatte es aufgehört zu regnen. Auf Usedom schien die Sonne.

Gegen 16:00 Uhr kamen wir in der Jugendbegegnungsstätte (JBS) an.


Internationale Begegnungsstätte Golm


Dort wurden wir schon von Kinga, der stellvertretenden Leitung, in Empfang genommen.

Wir bekamen alle unsere Schlüssel und haben dann erst mal unsere Zimmer bezogen. Wir haben alle in einem achteckigen Haus gewohnt. Das war toll!


Unsere achteckige Wohninsel


Danach haben wir uns mit Kinga im Speisesaal getroffen, etwas getrunken und das Programm für die Woche besprochen. Um 18:00 Uhr gab es warmes Abendessen.

Anschließend sind wir bei leichtem Nieselregen und Sonnenschein in den kleinen Fischerort Kamminke gegangen.

Dort gibt es eine schöne alte Gaststätte namens Haffblick, in die wir eingekehrt sind und etwas getrunken haben.

Sven, der Besitzer vom Haffblick, hat uns ein Grammophon aus vergangener Zeit gezeigt und sogar eine Platte abgespielt.

Gegen 21:00 Uhr schlug die große Standuhr neunmal. Das war für uns das Zeichen zum Aufbruch. Wir sind wieder zurück zu unserer Unterkunft gegangen und dann müde ins Bett gefallen.

Am Dienstag haben wir gegen 7:30 Uhr gefrühstückt und sind dann wieder nach Kamminke gegangen.


Am Hafen von Kamminke


Dieses Mal sind wir aber an der sogenannten Hauptstraße entlang gegangen, die aber nicht breiter ist als die Wege vor unseren Internaten. Sie war mit Kopfsteinpflaster gepflastert. Der Bürgersteig war schmal und auf jedem Grundstück gab es mindestens einen Hund, der kaum größer als ein Meerschweinchen war, aber Rabbatz für zwei gemacht hat, als wir vorbeigingen. Bauxi hat die ganze Aufregung überhaupt nicht verstanden und ist einfach weitergegangen.
In Kamminke angekommen haben wir uns am Hafen auf eine Mauer gesetzt und einer Fähre gelauscht, die nach Svinemünde fahren wollte.


 Wir lauschen am Fähranleger


Es war herrlich warm und ganz windstill.

Anschließend sind wir noch auf die Mole gegangen und dann wieder zurück in die Jugendbegegnungsstätte. Dort gab es Mittagessen.

Nach dem Essen sind wir mit Arthur, das ist ein Mitarbeiter der JBs, auf den Golm gefahren. Der Weg ist zwar nicht weit, aber es war sehr heiß. Deshalb haben wir unsere Busse genommen. Der Golm ist mit 69 m die höchste Erhebung auf der Insel Usedom. Dort gibt es einen großen Friedhof auf dem Menschen begraben sind, die bei dem großen Bombenangriff am 12.03.1945 gegen Ende des Zweiten Weltkriegs ums Leben gekommen sind.

Auf dem Friedhof gibt es auch eine große Figur aus Stein. Sie heißt „Die Frierende“ und stellt eine Frau dar, die in einen Soldatenmantel gehüllt ganz traurig nach unten schaut.


„Die Frierende“ auf dem Kriegsgräberfriedhof


Arthur hat uns viel darüber erzählt, was damals im Krieg alles passiert ist. Das muss sehr schlimm gewesen sein. Auf dem Friedhof, der in einem Naturschutzgebiet mitten in einem Wald liegt, sind nur Kriegsopfer beerdigt. Die Gräber auf dem Friedhof bleiben für immer erhalten.

Nach dem Friedhofsbesuch sind wir noch nach Heringsdorf gefahren. Dort waren wir zuerst im größten Strandkorb der Welt und dann auf der großen Seebrücke.


Größter Strandkorb der Welt, 6,40 Meter breit


Später haben wir noch Eis oder Fischbrötchen gegessen. In der Nähe von uns hat jemand auf einem Keybord gespielt und dazu gesungen. Das war schön.

Als wir auf der Seebrücke waren, haben uns unsere Betreuer erklärt, dass man von der Brücke aus eine riesige Leinwand sehen konnte, die mitten im Wasser aufgebaut war. Am Strand standen viele Bierzeltgarnituren, weil es nämlich abends Public Viewing für das Spiel Deutschland gegen Brasilien gab.


Fußball WM am Ostseestrand


Wir wissen nicht, ob wirklich Leute dort waren, denn abends gab es ein tüchtiges Gewitter. Es hat ordentlich geblitzt und gedonnert und ganz doll geregnet.

Wir hatten es gut, denn wir saßen im Trockenen und waren für das Fußballspiel bestens vorbereitet.

In der Jugendbegegnungsstätte waren auch zwei andere Klassen. Wir haben zusammen Fußball gesehen. Die Schüler aus den anderen Klassen hatten Gasfanfaren dabei. Es war eine tolle Stimmung. Immer wenn die Deutschen in Richtung des anderen Tors gelaufen sind, haben alle „Einer geht noch, einer geht noch rein,…“ gesungen und voller Begeisterung geklatscht.

Den Sieg von 7:1 haben wir dann noch gefeiert. Es haben aber nicht alle von uns das Spiel gesehen, weil sie müde waren und lieber schlafen wollten.

Am Mittwoch sind wir nach dem Frühstück nach Peenemünde gefahren. Dort gibt es ein riesiges Kraftwerk, das heute ein Museum ist. Wir hatten eine ganz tolle Führung mit Frau Augustat. Sie hat uns viel gezeigt und alles ganz schön erklärt.

In diesem Kraftwerk wurden während des Zweiten Weltkriegs Raketen gebaut. Wir durften sogar eine anfassen.


Mit Frau Augustat vor dem Kraftwerk Penemünde

Männerhände untersuchen die Turbine im Kraftwerk Penemünde


Wir haben uns auch eine Abschussrampe, riesige Turbinen und den Schaltschrank angesehen.


Melik, Ulrike mit Bauxi und Alex im Fahrstuhl


Zum Schluss durften wir alle noch mal mit einem ganz alten Fahrstuhl fahren, der mit einer Eisentür und dann noch mit einer Gittertür geschlossen wurde. Heute finden in diesem Kraftwerk auch große Konzertveranstaltungen statt. In die große Halle passen dann 1500 Stühle. Anschließend haben wir auf den Bänken vor dem Kraftwerk unsere Lunchpause gemacht. Dann sind wir wieder in Richtung Heringsdorf gefahren und haben unterwegs eine nette Bäckerei entdeckt. Kuchen geht immer!!!

Deshalb haben wir uns kurzerhand entschlossen, uns vor der Bäckerei gemütlich niederzulassen und Erdbeer-, Streusel-, Käsekuchen oder ein Ochsenauge (so was gibt es tatsächlich) zu essen.

Danach sind wir nach Ahlbeck an den Strand gefahren.

Dort haben wir einen netten Imbiss am Strand entdeckt, vor dem es genügend freie Tische und Stühle gab. Wir waren uns schnell alle einig: Nach einem dicken Stück Kuchen braucht man unbedingt ein Fischbrötchen und weil Fisch schwimmen muss, auch noch ein Getränk! Es war herrlich!


Wir alle an einem Tisch vom Imbiss am Strand

Am Strand von Ahlbeck

Erfrischung für Torsten, Maxi und Pascal am Strand von Ahlbeck


Die Sonne schien, die Möwen kreischten und Marvin kippte im Zeitlupentempo ganz langsam mit seinem Stuhl rückwärts in den feinen weißen Sand. Das war ein filmreifer Auftritt.

Dann ging es zurück in die JBS, und was wartete dort auf uns? Ein leckeres warmes Abendessen! Wer nicht arbeiten will, soll wenigstens gut essen. Das war das Motto des heutigen Tages. Wir haben wirklich nichts ausgelassen.

An diesem Abend sind wir alle müde und satt, ziemlich früh, ins Bett gegangen.

Am Donnerstag haben wir nach dem Frühstück erst einmal mit Paulina, einer FSJlerin aus der JBS einen kleinen polnischen Sprachkurs gemacht, bevor wir mit unseren Bussen nach Ahlbeck zur polnischen Grenze gefahren sind. Arthur hat uns begleitet. Wir haben die Busse auf der deutschen Seite geparkt und sind dann zu Fuß über die Grenze gegangen.


Wir überschreiten die Grenze zu Polen


In der Nähe der Grenze gab es einen großen Markt, auf dem man CDs, T-Shirts, elektronische Spielereien und allerlei andere Dinge, die die Welt nicht braucht, günstig erstehen konnte.


Am Polenmarkt


Wir waren ein bisschen shoppen und sind dann mit einer kleinen Bimmelbahn in Richtung des Hafens von Svinemünde gefahren. Während der Fahrt wurden uns immer Sachen auf Polnisch und dann auf Deutsch erklärt. Am Hafen angekommen, sind wir mit Arthur in eine ganz schöne Pizzeria gegangen. Dort gab es superleckere Pizza, Nudeln oder Salat. Wir haben uns gestärkt und sind dann wieder zum Hafen gegangen. Plötzlich hörten wir eine ganz laute Sirene, die so klang wie in einem amerikanischen Spielfilm.

Am Hafen angekommen sind wir wieder in die Bimmelbahn eingestiegen und auf einer anderen Route zurück zur Grenze gefahren.


Marie ertaste die Bimmelbahn

Julian untersucht die Lock der Bimmelbahn


Einige wollten unbedingt noch mal über den Markt gehen. Die anderen haben auf einer Bank im Schatten gesessen und dem bunten Treiben auf der Straße gelauscht und Cola oder Fanta, die Herr Herrmann uns geholt hat, getrunken. Während wir da saßen, fuhren viele Pferdekutschen an uns vorbei. Das Wetter war wieder ganz toll und wir haben es genossen.

Alex, Janosch, Julian, Melik, Marie und Ulrike mit Bauxi lauschen dem Pferdegespann im Hintergrund


Nach unserem Besuch in Polen sind einige von uns zurück in die JBS gefahren. Die anderen wollten unbedingt noch mal nach Ahlbeck an den Strand.

Dort war es wieder herrlich. Wir sind am Strand entlanggelaufen und mit den Füßen ein bisschen ins Wasser gegangen. Herr Beck hat sich auf einem Stuhl bei unserem Imbiss niedergelassen und unsere Schuhe bewacht. Es war ziemlich windig und gab viele Wellen. Deshalb wurden nicht nur unsere Füße, sondern auch unsere Hosen ein bisschen nass. Aber das hat uns nichts ausgemacht. Es war einfach nur toll!


 Marie, Pascal, Ulrike mit Bauxi, Ole und Melek genießen das Wasser an ihren Füßen und Pfoten


Nach einer Weile sind wir dann wieder zurückgegangen und haben uns zu Herrn Beck an den Tisch gesetzt. Wir haben etwas getrunken und uns zwei Portionen Pommes geteilt. Als wir zurückgehen wollten, fragte der Besitzer vom Imbiss uns, ob Bauxi auch etwas trinken wolle. Herr Beck meinte gleich, dass Bauxi bestimmt auch noch etwas anderes gerne mögen würde.

Der Mann im Imbiss lachte und gab Bauxi zwei dicke Bockwürstchen. Hund müsste man sein! Ein Mann, der nämlich vor Bauxi eine Wurst bekam, musste dafür 2,80 € bezahlen.

Dann sind wir zurück in die JBS gefahren, denn es war Abendbrotzeit.

Am Freitag wollten wir eigentlich eine Schifffahrt auf der Ostsee machen, aber weil es so windig war, sind alle Fahrten ausgefallen. Wir haben uns kurzerhand darauf verständigt, noch einmal nach Heringsdorf zu fahren. Dort angekommen, haben wir eine Lunchpause gemacht, denn wir hatten ja schon unsere Lunchpakete für die Schifffahrt vorbereitet.


Janosch, Julian und Alex machen eine kleine Pause


Anschließend sind wir wieder auf unsere geliebte Seebrücke gegangen. Dort gibt es am Ende ein tolles italienisches Restaurant, bei dem man auch ganz leckeres Eis essen kann. Wir saßen auf der Brücke an einer total windgeschützten Stelle. Es war sehr warm. Unter uns tobte die Ostsee. Es war fast wie auf einem Schiff.


Auf der Seebrücke


Alex fand es sogar noch besser, weil die Brücke nicht schaukelte.

Nach dem Eisessen sind wir noch ein bisschen in Heringsdorf umhergeschlendert, haben uns unser obligatorisches Fischbrötchen gegönnt und sind dann zurück in die JBS gefahren.

An diesem Abend gab es dort aber kein Abendessen für uns. Wir waren nämlich in Kamminke auf der Mole zu einem Grill- und Räucherabend angemeldet.


Grüße von unserer geliebten Seebrücke


Das war sensationell!!! Es gab den weltbesten Fisch, Fleisch und Würstchen, Oliven und Salate so viel jeder wollte und dazu noch Livemusik!

Ein Alleinunterhalter hat alte Schlager gespielt. Pascal wollte unbedingt tanzen und hat alle mit seiner guten Laune angesteckt.


Wir erfreuen uns am Fischbuffet

Wir lassen es uns schmecken

... und hotten ab


Dann hat der Alleinunterhalter sogar noch ein Lied für Julian gesungen. Das war ein unvergesslicher Abend.

Irgendwann haben wir uns dann schweren Herzens auf den Heimweg gemacht und sind müde ins Bett gefallen.

Am Samstag haben wir uns nach dem Frühstück gegen 9:00 Uhr auf den Weg zurück nach Hannover gemacht. Unterwegs gab es einen kleinen Stau, aber das hat uns nichts ausgemacht.

Da wir fast bei Ole und Melik vorbeigefahren sind, haben wir sie unterwegs an zwei verschiedenen Raststätten herausgelassen. Wir haben an der zweiten Raststätte noch einen Burger- und Pommesstopp gemacht und sind anschließend weiter gefahren.

Dann haben wir noch Ulrike und Bauxi nach Hause gebracht und kamen so gegen 17:45 Uhr müde und zufrieden im LBZB an.

Die Fahrt war einfach spitzenmäßig und wir freuen uns schon jetzt auf nächstes Jahr, denn dann fahren wir wieder nach Usedom.

Ein Bericht von der Klasse H 3


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