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LBZB sehr schnell unterwegs

(Quelle: Artikel aus dem Wunstorfer Stadtanzeiger vom 8.8.2016)

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Lions ermöglichen Autofahren für Sehbehinderte

 

WUNSTORF (gi). Der stellvertretende Kommodore des Lufttransportgeschwaders (LTG) 62, Oberst Christian John begrüßte auf dem Fliegerhorst ganz außergewöhnliche Gäste. Grußworte sprach auch die stellvertretende Bürgermeisterin Birgit Mares. Es waren 39 Sehbehinderte und Blinde, die vom Lions-Club Steinhuder Meer nach dem großen Erfolg aus dem Vorjahr erneut zum Autofahren eingeladen wurden.

Die Teilnehmer (sie sind 18 bis 25 Jahre alt) besuchen das Landesbildungszentrum für Blinde in Hannover-Kirchrode. Für die sehbehinderten und blinden Menschen war es aufregend, in einem Auto zu sitzen und selbst zu fahren.

Organisiert hatte die Veranstaltung Fahrschullehrer Bernd Neiseke aus Hannover. Er und weitere 12 Kollegen betreuten (letztes Jahr waren es fünf Fahrlehrer) jeweils drei „Fahrschüler". Die kamen aus der Region Hannover, einer aus Wunstorf und auch einer aus Verden.

„Vor 30 Jahren wurde bereits der Wunsch an mich herangetragen, Autofahren für Sehbehinderte und Blinde durchzuführen", sagte Neiseke.

Auch das fand auf dem Fliegerhorst statt. Bevor es losging, gab es eine kurze Einweisung. Die 21-jährige Aenne hatte bereits im Vorjahr mitgemacht und war mit dem Ablauf vertraut. Knopf gedrückt und den Motor eingeschaltet, Kupplung getreten, Gang eingelegt und Gas gegeben. Nach einem etwas holprigen Start fuhr Aenne zügig auf die Start- und Landebahn. Sicher steuerte sie den Fahrschulwagen auch durch Kurven. Insgesamt gab es zwei Runden, die Strecke war gut sechs Kilometer lang. Es war ein unvergessenes Erlebnis, nicht nur für die am Steuer sitzenden jungen Menschen, sondern auch für die Fahrschullehrer. Es gab keine Probleme.

 


 

Stimmen aus dem LBZB:

Am 06.08.2016 bin ich mit dem Auto 140 auf den Übungsplatz gefahren. (Leila)

„Es war für mich so wie bei The Fast and The Furious. Hätte nie gedacht, dass es auch so impulsiv für mich werden kann. Ich habe das ja schon einmal mitgemacht und kann es eigentlich nur empfehlen. Es ist für jeden mit einer Seheinschränkung sehr eindrucksvoll. So kann ich es zumindest von mir behaupten.“ (Aenne)

Weitere Stimmen folgen hier demnächst…..

 

Unser besonderer Dank geht an den Lion Club Hannover-Eilenriede und an die Lions vom Steinhuder Meer sowie die vielen helfenden Hände und unterstützenden Personen vom Fliegerhorst Wunstorf (LTG 62).

 

Gruppenfoto von allen Fahrerinnen und Fahrern und den vielen Helferinnen und Helfern.

Gruppenfoto von allen Fahrerinnen und Fahrern und den vielen Helferinnen und Helfern.


 

Blinde und Sehbehinderte fahren Auto

 

(Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung, Leine Zeitung vom 8.8.2016)

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40 Teilnehmer bei Training auf Fliegerhorst

 

Etwa 40 blinde und sehbehinderte Menschen, überwiegend vom Landesbildungszentrum für Blinde in Kirchrode, sind am Sonnabend Auto gefahren. Möglich machten dies die Lions Clubs Steinhuder Meer und Hannover-Eilenriede. 13 Fahrlehrer von fünf Fahrschulen beteiligten sich an der Aktion auf dem Fliegerhorst.

 

WUNSTORF. Nach 25 Jahren ging für Constanze Paul ein Traum in Erfüllung: Weil ihre Sehkraft aufgrund einer Erkrankung nur noch knapp 40 Prozent beträgt, saß die 54-Jährige so lange nicht mehr hinter dem Steuer eines Wagens. „Ist das ein Schaltauto?", fragt sie Fahrlehrer Timo Neiseke. „Wenn schon, denn schon." Der bejaht und beide steigen in einen schwarzen VW Golf ein. Pauls Mann, der von Geburt an stark sehbehindert ist, nimmt hinter ihr Platz. Selbst fahren möchte er nicht. „Ich vermisse nichts." Einen Lastwagen zu lenken hingegen würde ihn schon mal reizen.

„Oh, das habe ich echt vergessen", sagt die Lüneburgerin und fragt noch einmal nach der Reihenfolge der Pedale.

2500 Meter lang ist die Strecke, die sie zweimal problemlos zurücklegt. Gelernt ist gelernt. Dabei beschleunigt sie das Auto auf 90 Kilometer pro Stunde. Andere haben es noch eiliger und überholen sie.

„Jetzt fehlt nur noch das Einparken", sagt sie erfreut. Doch das übernimmt das Auto selbstständig. Es piept, das Lenkrad dreht sich wie von Geisterhand. Fahrlehrer Neiseke ist begeistert von seiner „Schülerin". „Nächste Woche machen wir Prüfung", scherzt er. Das ist gar nicht nötig, denn der Führerschein liegt bei Paul noch zu Hause. Einen letzten Wunsch hat sie aber noch. Einmal kräftig auf die Bremse treten. Damit hofft sie, ihren Albtraum, der sie seit 25 Jahren quält, loszuwerden. Immer wieder träumt sie, dass sie an einer roten Ampel bremsen möchte, aber das Auto nicht anhält. Gelegenheit gab es dazu nach dem Mittag.

 

Die Aktion soll wiederholt werden. „Ich sehe durchaus Möglichkeiten, dass das auch nächstes Jahr wieder angeboten wird", sagt Madan Arora, Mitglied des Lions Clubs Hannover-Eilenriede und Beauftragter für Blindenarbeit.

 

 

 

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