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Zu Gast im LBZB: Unser Landtagspräsident Bernd Busemann

Am 27.11.2014 war der amtierende Landtagspräsident Bernd Busemann zu Gast im Landesbildungszentrum für Blinde, um einen Vortrag zum 1. Weltkrieg zu halten. Unter den etwa 100 Zuhörerinnen und Zuhörern waren neben Schülerinnen und Schülern sowie Auszubildenden des LBZB auch Gäste aus dem Gymnasium Schillerschule aus Hannover sowie interessierte blinde Menschen, die unserer Einladung gefolgt waren. Begrüßt wurde Herr Busemann in der Aula durch unsere Schulleiterin Frau Backsmann in plattdeutscher Sprache. Herr Busemann stammt nämlich -genau wie Frau Backsmann- aus dem Emsland. Herr Busemann schien gleichermaßen überrascht und erfreut über diese Form der Ansprache und erwiderte sie seinerseits „up platt".


Dann begann er seinen Vortrag über den 1. Weltkrieg, indem er zunächst kurz auf die Geschehnisse einging, die zu diesem furchtbaren Ereignis führten, und erläuterte anschließend, dass diese „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" trotz aller Schrecken auch eine positive Folge gehabt habe. So wurde beispielsweise 1916 in Berlin der „Bund deutscher Kriegsblinder" gegründet, der bis heute aktiv und einflussreich ist.


Sehr viele Menschen, die den Krieg überlebt hatten, kehrten schwer verwundet und traumatisiert aus diesem zurück und mussten für den Rest ihres Lebens mit ihren schweren Behinderungen leben, aber auch die übrige Gesellschaft war gehalten sich dieser Situation stellen.


So ist die Integration behinderter Menschen in unserer Gesellschaft letztendlich auch der Arbeit des Bundes deutscher Kriegsblinder zu verdanken.


In diesem Zusammenhang schien es Herrn Busemann ein Bedürfnis zu sein, auf die Abschaffung des Landesblindengeldes im Jahr 2004 unter seiner Beteiligung einzugehen. Als er dann bekundete, dass diese Maßnahme eine „politische Fehlentscheidung" war, die er heute so niemals mehr treffen würde, wurde dies zurecht mit großem Applaus belohnt. Mit diesem öffentlichen Eingeständnis hat Herr Busemann meines Erachtens nach echte Größe bewiesen!


In unser Gästebuch schrieb er: „Der ethische Wert einer Gesellschaft zeigt sich an ihrem Umgang mit behinderten Menschen".


Wie wahr! Man sollte niemals aus den Augen verlieren, dass nur der Bruchteil einer Sekunde das Leben jedes einzelnen für immer verändern kann.

 

Ulrike Krüger

 

 

 

 

 

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