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Behinderungsbedingt erforderliche Grundausbildung (vorher BTG) am Landesbildungszentrum für Blinde Hannover

Diese Rehabilitationsmaßnahme richtet sich an Personen, deren Sehvermögen sich durch Krankheit oder Unfall so sehr reduziert hat, dass die Nutzung gewohnter Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Mobilität, lebenspraktische Fertigkeiten) nicht oder nur noch eingeschränkt möglich ist. Durch das Erlernen von Blindentechniken können neue Berufs- und damit auch Lebensperspektiven aufgebaut werden.


Ziel ist es, dass blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen ihr Leben so selbstständig wie möglich organisieren können und dabei besonders auf eine Anschluss- bzw. Umschulungsmaßnahme vorbereitet werden.


Blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen, die sich nach eingehender Beratung, Berufsfindung oder Arbeitserprobung für eine Umschulung, Ausbildung oder eine andere weiterführende Maßnahme entschieden haben, benötigen in der Regel zuerst diese Form der Grundrehabilitation. Dabei werden Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt, die für ein selbstständiges Handeln am Arbeitsplatz, aber auch im privaten Bereich unerlässlich sind. Der Beginn ist in Absprache zu jeder Zeit möglich.


Die Inhalte der „Behinderungsbedingt erforderlichen Grundausbildung“ sind auf zwei Module aufgeteilt:

 

  •  Modul 1 (insgesamt bis zu 24 Stunden) vermittelt den blindentechnischen Zugang zu fachtheoretischen und -praktischen Inhalten aus dem Bereich der EDV (Word, Excel, Outlook, Internet). Weitere Inhalte sind die Vermittlung der Punktschrift, das Training der Orientierung und Mobilität (O&M), der Lebenspraktischen Fertigkeiten (LPF) und das Kennenlernen bzw. Erproben spezifischer Hilfsmittel. Teilnehmerorientiert werden die Stundenanteile individuell gewichtet.
  •  Modul 2 (bis zu 18 Unterrichtsstunden pro Woche) beinhaltet den Bereich der schulisch- bzw. beruflich ausgerichteten Fächer wie z.B. Deutsch, Mathematik, Englisch, Arbeit-Wirtschaft-Technik (AWL), Telekommunikation, Sozialrecht und Sport. Hier wird an die individuellen schulischen Voraussetzungen der jeweiligen Teilnehmerin bzw. des jeweiligen Teilnehmers angeknüpft. Modul 2 ergänzt den Bereich der Blindentechniken und dient der „Auffrischung“ bzw. Vertiefung schulischer Kenntnisse im Hinblick auf eine berufliche Anschlussmaßnahme.

Modul 1 kann ohne Modul 2 besucht werden, Modul 2 nur in Kombination mit Modul 1. Bei Inanspruchnahme beider Module kann die Maßnahme bis zu 11 Monate dauern. Das Modul 1 allein kann, je nach individuellen Voraussetzungen der Teilnehmer oder der Teilnehmerin und je nach Fortschritten, die während der Maßnahme gemacht werden, in kürzerer Zeit abgeschlossen werden. Vier Monate sollten dabei aber nicht unterschritten werden.


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