Kostenloser Fahrdienst für Blinde jetzt auch in Hannover

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Hintergrundbericht

Das Blindenmobil: Es rollt und rollt und rollt

Die Erfolgsgeschichte des Blindenmobils begann am 05. Dezember 2007 in Berlin. An diesem Tag gab die Gemeinschaft deutscher Blindenfreunde (GDB) gemeinsam mit der Fußballlegende Hannes Löhr den Startschuss für den ersten kostenlosen Fahrdienst für Blinde und schwerst Sehbehinderte. Ein halbes Jahr später rollte das Blindenmobil dann auch in Köln – mit der Unterstützung des Quiz-Taxi-Moderators Thomas Hackenberg – vom Band. Heute nutzen mehrere Hundert Betroffene jährlich das Angebot der Gemeinschaft deutscher Blindenfreunde. Denn die Hilfe über die Fahrt hinaus ist ein Service, den Blinde und Sehbehinderte nicht nur schätzen, sondern in vielen fremden Situationen auch dringend benötigen.

Eine Idee wird geboren

Als gemeinnütziger Verein kümmert sich die Gemeinschaft deutscher Blindenfreunde bereits seit 150 Jahren um die Belange blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland. Unter dem Motto „Sehende helfen Blinden“ versucht der Verein unbürokratisch dort einzuspringen, wo keine staatliche Unterstützung geleistet werden kann. Die Idee zum Blindenmobil entstand jedoch eher zufällig. Als ein blinder Mitarbeiter der GDB den Vorstandsvorsitzenden Thorsten Bräuer bat, ihn bei einem wichtigen Termin zu begleiten, um vor der Unterzeichnung ein Auge auf das Dokument zu werfen, wurde die Problematik sichtbar.

Ein Großteil der ca. 650.000 blinden und sehbehinderten Menschen in Deutschland findet sich im Alltag gut zurecht. Die Probleme beginnen in der Regel dort, wo die Routine aufhört. Gerade späterblindete Menschen haben Schwierigkeiten, sich mit der veränderten Situation abzufinden und mit ihr zurechtzukommen. Aus diesem Grund wird der Service der GDB auch häufig von älteren Menschen genutzt.

 

Hilfe, die ankommt

Mit dem kostenlosen Fahr- und Begleitservice schließt die GDB eine Versorgungslücke. Denn im Gegensatz zu sogenannten „Krankenfahrten“, deren Kostenübernahme umständlich beantragt werden muss, ist der Blindenfahrdienst nicht nur kostenlos, sondern er bietet auch Hilfe über die Fahrt hinaus. Deutlichste Unterscheidung gegenüber herkömmlichen Fahrdiensten: Die GDB holt den Blinden nicht nur ab und bringt ihn von A nach B. Vielmehr begleiten die im Umgang mit Blinden geschulten Mitarbeiter den Fahrgast zu seinem Termin und unterstützen ihn – wenn gewünscht – mit ihrer Sehkraft: sei es bei der Kontrolle von Anträgen, Verträgen, Rezepten oder ähnlichem. Dieser Service gleicht den verlorenen Sehsinn aus und gibt Blinden und Sehbehinderten mehr Sicherheit im Alltag. Die Gemeinschaft deutscher Blindenfreunde hat dafür den Begriff „Vier-Augen-Prinzip“ geprägt.

 

Unkompliziert und schnell

Der Fahr- und Begleitservice wird über Hotlinenummern gebucht. Da auf Grund der Begleitsituation nur wenige Fahrten pro Tag realisiert werden können, sollte das Blindentaxi bereits zwei Tage im Voraus angefragt werden. In Berlin ist der Service unter der Hotlinenummer 01 51-54 70 24 67, in Köln unter der 01 51- 17 20 92 79 und in Hannover unter der 01 51- 15 605 604 erreichbar.

Da der Service ausschließlich durch Spenden finanziert wird, ist die GDB ständig auf der Suche nach Spendern und Sponsoren. Auch das Ziel, das Blindenmobil langfristig in allen deutschen Großstädten ab 500.000 Einwohnern einzuführen, bedarf großer finanzieller Mittel und erheblicher Manpower. Daher ruft die GDB interessierte Unternehmen und Institutionen auf, die Arbeit des Vereins zu unterstützen.

 

Über die Gemeinschaft deutscher Blindenfreunde

Die Gemeinschaft Deutscher Blindenfreunde wurde 1860 auf Anregung des blinden Pfarrers, Dr. William Moon (1818-1894), gegründet. Der Engländer engagierte sich unter anderem für den gemeinsamen Unterricht von Blinden und Sehenden und entwickelte eine schnell erlernbare Blindenschrift. Unter dem Motto „Sehende helfen Blinden“ setzt sich der Verein seit seiner Gründung vor nunmehr 150 Jahren für die gesellschaftliche Integration und Gleichstellung von Blinden und schwerst Sehbehinderten ein. Die Gemeinschaft deutscher Blindenfreunde hilft unbürokratisch dort, wo keine staatliche Unterstützung geleistet werden kann.

 

Ihre Redaktionskontakte:

 

Gemeinschaft deutscher Blindenfreunde von 1860

Moon´scher Blindenhilfsverein e.V.

Thorsten Bräuer

Geschäftsführender Vorstand

Hoffmann von Fallersleben Platz 3

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T: 030-823 43 28

F: 030-89 72 46 91

t.braeuer@blindenfreunde.de

www.blindenfreunde.de

 

Text + PR

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Quelle: Gemeinschaft deutscher Blindenfreunde von 1860, Moon´scher Blindenhilfsverein e.V., Hoffmann von Fallersleben Platz 3, 10713 Berlin

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