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Zukunftstag am 14. April 2011

Seit 2006 bietet das Landesbildungszentrum für Blinde einen Zukunftstag an. Schülerinnen und Schüler erhalten hierbei einen Einblick in die unterschiedlichen pädagogischen Berufsfelder, in denen Angestellte des Landesbildungszentrums für Blinde tätig sind.
Dieser landesweit einheitlich festgelegte Arbeitstag dient dazu, Schülerinnen und Schülern von weiterführenden Schulen eine Möglichkeit zum Sammeln von Eindrücken, Erfahrungen und Informationen zu bieten.
Statistiken belegen, dass Mädchen sowie Jungen sich aus 350 verschiedenen Ausbildungsberufen lediglich auf 10 typische Männer- bzw. Frauenberufe konzentrieren.
Sehr viel Wert wird daher an diesem Tag darauf gelegt, das geschlechtsspezifisch geprägte Spektrum bestimmter Berufe bzw. Berufsgruppen zu erweitern.

 

In diesem Jahr waren 22 Schülerinnen und Schüler zu Gast, die sich über Berufe im Landesbildungszentrum für Blinde informieren wollten. Diese Gruppe bestand aus 6 Mädchen und 5 Jungen, die sich direkt im LBZ B beworben hatten und einer Gruppe von 11 Jungen, die im Rahmen des Zukunftstages im niedersächsischen Kultusministerium die Besichtigung unserer Einrichtung als Programpunkt hatten.
Da in dieser Einrichtung alle Arbeitsfelder mit der Blindheit und Behinderung von Menschen zu tun haben, hat es sich als sinnvoll herausgestellt, diesen Tag in einer Einführungsrunde zu beginnen. Hier werden alle Teilnehmer sensibel über die Bedeutung und Ausprägung von Blindheit (auch in Verbindung mit Mehrfachbehinderungen) aufgeklärt. Viele der Schülerinnen und Schüler haben in ihrem Alltagsleben keinen Kontakt zu blinden bzw. behinderten Personen. Praktische Übungen z.B. unter der Augenbinde sollen ein Gespür für die Situation von -nicht sehenden- Menschen entstehen lassen.
Letztendlich sind in dieser Vorbesprechung die unterschiedlichen Berufsfelder Thema, da sich der größte Teil aller Berufe im Landesbildungszentrum für Blinde um die Entwicklung, Pflege, Erziehung und Bildung blinder Menschen kümmert.

 

Auch in diesem Jahr konnten nach der Einführung alle Schülerinnen und Schüler in die einzelnen Bereiche gehen und sich die Arbeitsweisen von Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern, Krankenschwestern, Therapeutinnen und Therapeuten  aus nächster Nähe ansehen bzw. mitwirken.


Vielen Dank an dieser Stelle an alle Kolleginnen und Kollegen, die sich in jedem Jahr einen Vormittag lang dafür Zeit nehmen!!!

 

Nachdem ein intensiver Einblick in die Arbeit mit behinderten und blinden Menschen (in unterschiedlichen Arbeitsbereichen) gewonnen wurde, kamen alle Teilnehmenden in einer Reflexionsrunde zusammen. Hier wurde das Erlebte thematisiert, besprochen und aufgearbeitet.
Dabei stellte sich heraus, dass von fast allen Teilnehmenden die Berufe und Arbeitsbereiche des Landesbildungszentrums für Blinde als frauentypisch empfunden wurden. Als Begründung wurde genannt, dass sich Frauen besser in die Situation von Behinderten einfühlen könnten.
Im gleichen Atemzug konnten sich zum jetzigen Zeitpunkt nur 21% der männlichen Teilnehmer in Zukunft eine Arbeit oder Ausbildung im sozialen Bereich vorstellen.
Allerdings sprach sich in der abschließenden schriftlichen und anonymen Befragung nur eine einzige Schülerin von 22 Teilnehmenden dafür aus, den Zukunftstag geschlechtsgetrennt zu veranstalten. Alle anderen Schüler und Schülerinnen plädierten für einen gemeinsamen Tag mit gegenseitigem Austausch. Wichtig war hierbei allen, dass sie sich die Stelle für den Zukunftstag ihren Interessen entsprechend und nicht unbedingt nach Geschlechtstypisierung aussuchen dürfen.

 

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