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Lernen mit dem Praktikanten

Kooperation mit dem Landesbildungszentrum für Blinde


Anja Scharnhorst, Alim Babaev und Petra Bodensieck

Sind begeistert vom erfolgreichen Praktikum:

Anja Scharnhorst, Alim Babaev und

Petra Bodensieck (v. l.)



 

Wenn beide Seiten etwas voneinander lernen können, war ein Praktikum wirklich erfolgreich. So wie das von Alim Babaev in der tegeler Unternehmensgruppe (TUG): In den acht Wochen, die der 23-Jährige in der Zentrale in Wunstorf verbrachte, bekam er einen Einblick in die Praxis und konnte seine Kollegen gleichzeitig davon überzeugen, dass man trotz Sehbehinderung den Beruf des Kaufmanns für Bürokommunikation ausüben kann. Spezielle Computer mit Vergrößerungssoftware oder, bei Bedarf, Sprachausgabegeräte und Brailleschrift-Tastaturen machen es möglich.


„Anfangs konnte ich mir nicht vorstellen, welche Aufgaben Alim Babaev übernehmen könnte“, gesteht Petra Bodensieck, die als Leiterin des objektiven Managements in der Verwaltung den Praktikanten betreute. Der Auszubildende mit einer eingeschränkten Sehkraft von 30 Prozent überzeugte sie aber schnell vom Gegenteil: Präzise und schnell erledigte er seine Aufgaben, erstellte beispielsweise eine Präsentation, konfektionierte bestellte Ware, recherchierte neue Lieferanten oder vermaß Reinigungsflächen anhand von Bauzeichnungen. „Die tolle Atmosphäre unter den Kollegen und der Umgang mit Zahlen hat mir besonders viel  Spaß gemacht“, sagt der geborene Wolfsburger der blind zur Welt kam und durch mehrere Operationen eine Sehfähigkeit von 30 Prozent erreichte. Vor drei Jahren begann er daher eine überbetriebliche Ausbildung beim Landesbildungszentrum für Blinde (LBZB), die mit der Prüfung im Juli endet.

 

Bei der Ausbildung im LBZB müssen alle Jahrgänge pro Ausbildungsjahr ein Pflichtpraktikum absolvieren. In diesem Jahr gestaltete sich die Suche nach geeigneten Betrieben besonders schwierig, da zeitgleich viele Schüler der  berufsbildenden Schulen ebenfalls ein Pflichtpraktikum absolvieren mussten. Das LBZB musste immerhin 20 Praktikanten in Betrieben unterbringen. „Viele Unternehmen haben immer noch eine Hemmschwelle gegenüber gehandicapten Menschen“, weiß Anja Scharnhorst, Koordinatorin für berufliche Bildung am LBZB. Umso begeisterter war sie daher von der Hilfsbereitschaft der TUG.

„Wir schilderten unser Anliegen bei einem Besuch des Wirtschaftsklubs Langenhagen und hatten schon wenige Tage später eine Zusage von Jens Tegeler.“

Für den Geschäftsführer eine Selbstverständlichkeit: „Unkompliziert, flexibel und schnell handeln wir in allen Geschäftsbereichen. Und wenn wir damit auch noch helfen können und selbst etwas lernen, lohnt sich unser Engagement doppelt.“

Quelle: Unternehmenszeitung der TUG  "Einblicke 03" Seite 42


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