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Nachlese vom Theaterfestival Klatschmohn 2013

Die Theater-AG des Landesbildungszentrums für Blinde zeigte beim integrativen Theaterfestival Klatschmohn am 29. Mai 2013 im Freizeitheim Döhren und beim Benefizkonzert am 3. Juni 2013 in der Aula des LBZB erstmalig ein Kurzmusical „Sees and Blinds“!


In diesem Jahr beschäftigten wir uns mit der Idee ein Musical zu präsentieren. Robin Langenberg, ein begeisterter Musiker aus der Theater AG, ist hingerissen von der „West Side Story“. Das Musical wurde von den Akteuren aus der Theater AG selbstständig und zeitgemäß aufbereitet und als ein Kurzmusical inszeniert. Statt den verfeindeten Jets and Sharks ging es in unserem Musical um die „Sees and Blinds, die Sehenden und die Blinden.

 

Das Bild zeigt Schülerinnen und Schüler aus der Theater AG mit letzten Regieanweisungen von Monika Schröer kurz vor ihrem Auftritt beim Theaterfestival im Freizeitheim in Döhren am 29. Mai 2013

Das Bild zeigt Schülerinnen und Schüler aus der Theater AG mit letzten Regieanweisungen von Monika Schröer kurz vor ihrem Auftritt beim Theaterfestival im Freizeitheim in Döhren am 29. Mai 2013

Auszug aus meiner diesjährigen Theater- und Probenarbeit


Erst wenn der Text fertig ist, sitzen wir am Tisch mit allen Akteuren und lesen die Texte und klären, worum es geht und worüber die Figuren sprechen. Diese Lese- oder Konzeptionsproben sind immer ganz spannend. Es ist das erste Aufeinandertreffen mit allen Akteuren, denen man sein Konzept vorstellt. Robin war natürlich aufgeregter als sonst, weil man natürlich selbst gespannt ist, wie werden die anderen Akteure auf das Konzept reagieren, das man sich selbst ausgedacht hat? Haben Sie dazu Lust oder finden die das total langweilig? Man lernt sich untereinander kennen und kann gleich so eine Art Gruppenatmosphäre aufbauen. Dann gehen wir ganz langsam durch den Text und lesen ihn mit verteilten Rollen. Das dauert etwa 4 Wochen, bis man alle Szenen durchgesprochen hat. Es ist ja nicht so, dass nur Robin oder ich Ideen zum Stück und zu den Figuren hat, auch Luisa, Leila, Tobias, Julian, Marco, Lukas, Daniel und Sören tragen etwas dazu bei. Es ist wichtig, dass man einen gemeinsamen Nenner findet. Nach dieser Tischarbeit gehen wir dann auf die Bühne. Ich fange gerne mit Improvisationen zu den Figuren oder einzelne Szenen an zu arbeiten. das heißt, ich lasse die Schülerinnen und Schüler erst ganz viel ausprobieren, beobachte ganz genau und picke mir die Sachen - Angebote - heraus, die mir gut gefallen.


Das Bild zeigt Sören Bromberg als Kommissar Krupke bei der Generalprobe in der Schulaula im LBZB am 29. Mai 2013

Das Bild zeigt Sören Bromberg als Kommissar Krupke bei der Generalprobe in der Schulaula im LBZB am 29. Mai 2013


Dann kommt eine Phase, in der ich anfangen muss, das Ganze zusammenzufügen. Ich lege die Reihenfolge der einzelnen Szenen fest und versuche die emotionalen, dramaturgischen oder psychischen Entwicklungen der Figuren zu “setzen“. Wenn zum Beispiel ein Zusammenbruch gespielt wird, muss der im Vorfeld auch vorbereitet werden. Dann geht man irgendwann auf die Originalbühne, wo viele technische Details relevant werden. Geht der Vorhang schnell genug zu, klappen die Umbauten, stimmt die Beleuchtung? usw. Schließlich geht es um den Feinschliff, und um weitere Korrekturen.

 

Das Bild zeigt Leila Tursunov als Graziella in der 1.Szene bei der Aufführung beim Theaterfestival Klatschmohn am 29. Mai 2013 im Freizeitheim in Döhren

Das Bild zeigt Leila Tursunov als Graziella in der 1.Szene bei der Aufführung beim Theaterfestival Klatschmohn am 29. Mai 2013 im Freizeitheim in Döhren


Zum Inhalt:


WEST SIDE STORY - Der Broadway-Klassiker

1957 – mit der Uraufführung von WEST SIDE STORY wird die Musiktheater-Geschichte neu geschrieben: mutig, realistisch und vital.


West Side Story” - Romeo und Julia im 20. Jahrhundert


Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums beim ProjektTheater Klatschmohn und beim diesjährigen Benefizkonzert am LBZB wollte die Theatergruppe etwas ganz besonderes präsentieren: Eine Adaption von West Side Story. Aber es ist weit mehr als das: Es ist ein Porträt des modernen Lebens, wo oberflächliche Werte wie Position und Ansehen in der Gesellschaft mehr zählen als Charakter und Persönlichkeit, Ehre, Moral und Anstand. Es ist eine Gesellschaft, die auf Schein und Vorurteilen statt auf Idealen und Werten aufgebaut ist. Und statt Freundschaft und (Nächsten-) Liebe regieren Hass und Gewalt.

 

Seit Januar 2013 haben die Proben „Sees and Blinds“, die Sehenden und die Blinden begonnen.

 

Die erste Tanzszene wurde von den Akteuren mit dem Song „Amerika“ gekonnt dargestellt. Die jungen Darsteller präsentierten die nachfolgenden Szenen mit eindrucksvoller Brillanz, so frisch wie bezaubernd.



Das Bild zeigt Leila Tursunov als Graziella in der 2.Szene bei der Aufführung beim Theaterfestival Klatschmohn am 29. Mai 2013 im Freizeitheim in Döhren Das Bild zeigt Leila Tursunov als Graziella in der 2.Szene bei der Aufführung beim Theaterfestival Klatschmohn am 29. Mai 2013 im Freizeitheim in Döhren



Robin Langenberg übernahm die Hauptrolle als Tony. Er sang authentisch und mit echtem schauspielerischem und musikalischem Talent die unvergesslichen Songs „Maria“ und „Somewhere“.

 


Mitwirkende:


Hauptkommissar Krupke: gespielt vonSören Bromber

Die Sees (sehende Schüler):

Riff, Anführe: gespielt von Lukas Jankel)

Tony, Riffs Freund, der vorübergehend die Gruppe verlassen hatte: gespielt von Robin Langenberg

 

Freundinnen der Sees-Mitglieder

Graziella: gespielt von  Leila Tursunov

Baby John: gespielt vonDaniel Fleischer

 

Die Blinds (blinde Schüler):

Bernardo, Anführer: gespielt von Marco Trost

Chino, bester Freund von Bernardo: gespielt von Tobias Meyer

Tiger: gespielt von Julian Fries

Freundinnen der Blinds-Mitglieder

Maria, Bernardos Schwester:gespielt von Louisa Weber



Bildergalerie:

 

 

Monika Schröer im Juli 2013

 





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