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Klasse AW 1 gewinnt beim Geschichtswettbewerb

Wir, die Klasse AW 1,
haben wieder an einem Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten
-Jugendliche forschen vor Ort-
bei der Körber-Stiftung teilgenommen und gewonnen.


Bei dem Thema des Wettbewerbs „Außenseiter in der Geschichte" beschäftigten wir uns mit dem Leben von: Johan Wilhelm Trollmann, genannt „Rukeli", ein Sinto-Boxer, der kein deutscher Meister sein durfte.

Es gab rund 1563 Beiträge von über 5000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Wir haben einen Förderpreis in Höhe von insgesamt 100 € und für jede Schülerin und jeden Schüler eine von unserem Bundespräsidenten Joachim Gauck unterschriebene Urkunde erhalten.


Urkunde Geschichtswettbewerb 2015


Das Projekt hat uns sehr viel Spaß gemacht.
Rolf-Uwe Engel und Ulrike Krüger



Anders sein. Außenseiter in der Geschichte
Projektarbeit der Klasse AW 1 im LBZB


„Rukeli" Trollmann
- ein Sinto-Boxer, der nicht deutscher Meister sein durfte


Wir sind sieben Schülerinnen und Schüler aus der Klasse AW 1 in der Förderschule Sehen (Blinde) und geistige Entwicklung am Landesbildungszentrum für Blinde in Hannover. Wir arbeiten gern in Projekten. In der Schule beschäftigen wir uns gerade mit dem Boxer Johann Wilhelm, genannt „Rukeli" Trollmann. Um etwas über ihn zu erfahren, haben wir uns einen kurzen Film über ihn aus dem Kulturjournal vom 10.11.2014 angesehen.
Unsere Lehrer haben uns beschrieben, wie „Rukeli" Trollmann aussah und gesagt, dass er ein berühmter Boxer war. Er hat 1933 sogar einen Boxkampf gewonnen und wurde deutscher Meister. Aber weil er ein Sinto war und die Nazis diese Menschen nicht haben wollten, wurde ihm der Titel wieder weggenommen. 1993 hat er ihn dann aber doch noch bekommen. Leider hat er das ja nicht mehr miterlebt, weil er schon lange tot war. Sein Großneffe Manuel Trollmann hat den Meistergürtel für ihn bekommen. Weil Manuel Trollmann in Hildesheim wohnt, wollten wir uns gern mit ihm treffen, damit er uns den Meistergürtel einmal zeigt. Deshalb haben wir ihm geschrieben.


Brief vom 17.10.2014:


Hallo Herr Trollmann

,wir sind sieben Schülerinnen und Schüler der Klasse AW 1 aus dem Landesbildungszentrum für Blinde in Hannover. Wir arbeiten viel in Projekten und machen auch gerne bei Schülerwettbewerben mit.Für einen Wettbewerb bei der Körberstiftung haben wir eine Idee. Unser Lehrer, Herr Engel, hat uns viel von Ihrem Großonkel erzählt. Wir fanden das sehr spannend und wollen uns nun näher mit seiner Lebensgeschichte befassen. Wir wollen uns zum Beispiel anschauen, wo Ihr Großonkel gewohnt hat, zum Bahnhof Fischerhof fahren und auch zum Altwarmbüchener Moor. Nun wollten wir Sie mal fragen, ob Sie vielleicht mal Zeit und Lust hätten, zu uns in die Blindenschule zu kommen, um uns etwas über Ihren Großonkel zu erzählen. Herr Engel hat uns nämlich davon erzählt, dass er ein bekannter Boxer war. Wir würden uns sehr doll freuen, wenn Sie kommen würden.
Viele liebe Grüße aus dem Landesbildungszentrum für Blinde in Hannover von der Klasse AW 1 mitJulian Hinken, Janosch Wahlers, Alexander Riese, Meret Lohmann, Marius Ohm, Marie Helms, Marvin Kohlwey, unseren Betreuern Jessica Kluw, Torsten Barkhof, Robert Hurdelbrink, Maximilian Eickmann, Konrad Strolka sowie unseren Lehrern Rolf- Uwe Engel und Ulrike Krüger mit Blindenführhund Bauxi

Er hat uns eine sehr liebe, aber traurige Mail geschrieben. Er kann sich nicht mit uns treffen, da er sehr schwer krank ist


Mail vom 10.11.2014:


Hallo Frau Krüger,
Ich bin vor einigen Jahren an Multiple Sklerose erkrankt und kann immer schlechter laufen, ich habe dann vor einiger Zeit für mich beschlossen, etwas kürzer zu treten!
Ich finde es ganz toll, dass sie sich mit der traurigen Geschichte meines Großonkels beschäftigen wollen aber sind Sie mir bitte nicht böse und grüßen Sie Ihre Schüler und Herrn Engel ganz lieb von mir.
Viele Grüße Manuel Trollmann

Um noch mehr von „Rukeli" Trollmann zu erfahren, haben wir dann einige Ausflüge gemacht. Wir waren zuerst in der Altstadt von Hannover. Dort haben uns unsere Lehrer gezeigt, wo er früher gewohnt hat. Das Haus, wo er gewohnt hat, wurde im Krieg zerstört. Aber es gibt einen Weg, der nach ihm benannt wurde. Er heißt „Johann-Trollmann-Weg".
Unter dem Straßenschild gibt es eine Erklärungstafel. Auf der steht, dass er am 27.12.1907 geboren wurde und am 09.02.1944 im Konzentrationslager Neuengamme starb.


Johann-Trollmann Straßenschild und Klasse AW 1


Johann-Trollmann-Weg - zeigt das Straßenschild


Dann sind wir ein paar Meter weiter gegangen, um uns seinen Stolperstein anzusehen. Auf dem Stolperstein steht, dass Rukeli Trollmann in Wittenberge gestorben ist.
Neuengamme oder Wittenberge, das fanden wir verwirrend.


Stolpersteine der Familie Trollmann


Deshalb haben wir einen Brief an die Stadt Hannover geschrieben.


Brief vom 30.01.2015:


Büro des Oberbürgermeisters
Trammplatz 2
30159 Hannover

Erklärung zum Straßenschild „Johann-Trollmann-Weg"

-nach Schülerdiktat-

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir sind sieben Schülerinnen und Schüler aus der Klasse AW 1 in der Förderschule Sehen (Blinde) und geistige Entwicklung am Landesbildungszentrum für Blinde in Hannover. Wir arbeiten viel in Projekten. In der Schule beschäftigen wir uns gerade mit dem Boxer „Rukeli" Trollmann. Deshalb waren wir neulich mit unseren Lehrern in der Altstadt von Hannover. Dort haben wir uns angesehen, wo „Rukeli" Trollmann gelebt hat. Unsere Lehrer haben uns vorgelesen, was auf dem Schild unter dem Straßennamen steht und was auf dem Stolperstein. Dabei ist uns aufgefallen, dass auf dem Schild steht, dass „Rukeli" Trollmann am 09.02.1944 im KZ Neuengamme gestorben ist. Auf dem Stolperstein steht allerdings, dass er im KZ Außenlager Wittenberge erschlagen wurde. Das finden wir verwirrend.
Viele liebe Grüße von der Klasse AW 1 mit Janosch Wahlers, Marius Ohm, Meret Lohmann, Alexander Riese, Marie Helms, Julian Hinken, Marvin Kohlwey sowie den Schulbegleitern Jessica Kluw und Torsten Barkhof, unserem BFD-ler Robert Hurdelbrink, unseren Praktikanten Maximilian Eickmann sowie unseren Lehrern Rolf-Uwe Engel und Ulrike Krüger mit Blindenführhund Bauxi

und auch eine tolle Antwort bekommen.


Brief vom 11.02.2015:


Erklärung zum Straßenschild ,,Johann-Trollmann-Weg"

An die Klasse AW 1
mit Janosch Wahlers, Marius Ohm, Meret Lohmann, Alexander Riese, Marie Helms,
Julian Hinken, Marvin Kohlwey
sowie an die Schulbegleiter Jessica Kluw und Torsten Barkhof
an den BFD-ler Robert Hurdelbrink, den Praktikanten Maximilian Eickmann
sowie die Lehrer Rolf-Uwe Engel und Ulrike Krüger mit Blindenführhund Bauxi

Sehr geehrte, liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Begleitpersonen,

vielen Dank für das Schreiben vom 30.01.2015
Vorab an alle ein großes Lob für die aufmerksame Lektüre der Inschriften zum Trollmann-Weg und auf den Stolpersteinen.
Gerne möchte ich hiermit die unterschiedlichen Daten erläutern.
Johann „Rukeli" Trollmann war gefangen im Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg. Die vielen Gefangenen, die in Neuengamme starben, wurden mit Namen und Sterbetag in ein Totenbuch eingetragen.
Bis zum Jahr 2008 war es üblich, die Eintragungen für Johann Trollmann"9.Februar 1943" mit der Todesursache „Versagen von Herz und Kreislauf" für zutreffend zu halten. Daher steht auf der Erläuterung des Straßenschilds „9.2.1943 KZ Neuengamme".
Mit der Veröffentlichung von dem Buch Roger Repplingers („leg dich, Zigeuner". Die Geschichte von Jojhann Trollmann und Tull Harder. München u. a.: Piper) im Jahre 2008 haben die Erkenntnisse über das Ende von Johann Trollmann eine überraschende Änderung erfahren. Das Totenbuch von Neuengamme wird seitdem nicht mehr als erste aussagekräftige Quelle für den Sternetag Johann Trollmanns angesehen, sondern eine Zeugenaussage des Häftlings Landsberger.

Landsberger bezeugte, Johann Trollmann sein in Wittenberge in einem sogenannten Außenlager des KZ Neuengamme von dem Kapo Emil Cornelius im Jahr 1944 erschlagen worden.
Auf dieser Grundlage der Zeugenaussage von Landsberger musste u. a. erklärt werden:

  • Welche Bedeutung hatte der angebliche Sterbetag (9.2.1943) Trollmanns im Totenbuch von Neuengamme?
  • Wie kam Trollmann nach seinem angeblichen Tod in Neuengamme nach Wittenberge?
  • Warum erschlug der Kapo Cornelius den Boxer Johann Trollmann in Wittenberge?

Diese und andere Fragen beantwortet das Buch von Roger Repplinger (2008, S. 284-289). Der Stolperstein für Johann Trollmann wurde nach Erscheinen des Buches noch im Jahr 2008 verlegt und nimmt darauf Bezug.
Man kann also sagen, dass das Straßenschild (2004) und der Stolperstein (2008) unterschiedliche Kenntnisstände auf der Grundlage unterschiedlicher Quellenbewertungen spiegeln.

Gern nehme ich die Anregungen aus der Klasse auf, wie die Stadt dieses Thema in Zukunft besser vermitteln kann.
Bei weiteren Fragen könnt ihr euch gerne an die Erinnerungskultur der Landeshauptstadt Hannover wenden (DR. Kreter, 0511 168 44900).

Ich wünsche Euch weiterhin viel Erfolg bei der Erkundung der hannoverschen Altstadt!


Mit freundlichen Grüßen


Der Oberbürgermeister

In Vertretung
Marlis Drevermann /Stadträtin

Der Brief von der Stadt Hannover brachte uns auf eine Idee: Wir haben uns überlegt, dass man zukünftig bei solchen Erklärungstafeln immer drunter schreiben könnte, wann dieses Schild angebracht wurde.


Daran kann man dann sehen, was man zu diesem Zeitpunkt wusste.

 

Brief vom 23.02.2015:


Kultur- und Schuldezernat
Marlies Drevermann
Trammplatz 2
30159 Hannover

Erklärung zum Straßenschild „Johann-Trollmann-Weg"


-nach Schülerdiktat-

Sehr geehrte Frau Drevermann,
vielen Dank für Ihren tollen Brief. Wir haben uns sehr darüber gefreut. Ihr Brief brachte uns auf eine Idee: Wenn eine Erklärung zu einem Straßenschild angebracht wird, könnte man doch immer mit auf das Schild schreiben, wann man es angebracht hat. Dann können die anderen Menschen lesen, was man zu diesem Zeitpunkt wusste.
Bei dem Straßenschild „Johann-Trollmann-Weg" könnte dann zum Beispiel Stand 2004 oder einfach nur 2004 stehen.
Nochmals viele liebe Grüße von der Klasse AW 1 mit
Janosch Wahlers, Marie Helms, Alexander Riese, Marvin Kohlwey, Marius Ohm, Meret Lohmann, Julian Hinken, den Betreuern Maximilian Eickmann und Robert Hurdelbrink, den Schulbegleitern Jessica Kluw und Torsten Barkhof sowie unseren Lehrern Rolf-Uwe Engel und Ulrike Krüger mit Blindenführhund Bauxi


Wir sind auch zum Bahnhof Fischerhof gefahren. Dort haben wir uns einen Gedenkstein angesehen, der auf dem Gelände des alten Bahnhofs Fischerhof steht.


Klasse AW1 steht vor dem Gedenkstein

Gedenkstein für alle Verfolgten des Nationalsozialismus


Danach sind wir dann zur Haltestelle „Bf. Linden/Fischerhof" gegangen. Dort gibt es eine große Erklärungstafel auf der steht, wie viele Juden und Sinti von dort aus in Konzentrationslager gebracht worden sind.

Auf diesem Schild kann man auch lesen, wer für den Transport dieser Menschen verantwortlich war.


Herr Engel erzählt, was auf der Erinnerungstafel steht

 

Als wir zurück in unserer Schule waren, haben wir zwei Briefe geschrieben. Dieses Mal an den Verband Deutscher Sinti e. V.


Brief vom 11.02.2015:


Verband Deutscher Sinti e. V.
Schaumburgstr. 3
30419 Hannover

Gedenkstein am alten Bahnhof Fischerhof

-nach Schülerdiktat-

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir sind sieben Schülerinnen und Schüler aus der Klasse AW 1 der Förderschule Sehen (Blinde) und geistige Entwicklung am Landesbildungszentrum für Blinde in Hannover. Wir arbeiten gern in Projekten. Wir beschäftigen uns gerade mit dem Boxer „Rukeli" Trollmann. Deshalb waren wir am Montag am alten Bahnhof Fischerhof, um uns den Gedenkstein für die deportierten Zigeuner und Juden anzuschauen. Unsere Lehrer haben uns erklärt, dass man heute nicht mehr „Zigeuner" sagt, sondern Sinti. Wir konnten das „Z" und den „Davidstern" gut fühlen.
Danach sind wir zur Straßenbahnhaltestelle „Bf. Linden/Fischerhof" gegangen, wo unser Lehrer uns die Erklärungstafel vorgelesen hat. Wäre es vielleicht möglich, dass bei dem Gedenkstein auch eine kleine Erklärung stehen könnte? Vielleicht könnte man ja auch einfach nur auf ein Schild schreiben, dass die Erklärung für den Gedenkstein an der Haltestelle „Bf. Linden/Fischerhof" steht.
Wie finden Sie unsere Idee?
Viele liebe Grüße aus dem schönen LBZB von der Klasse AW 1 mit Janosch Wahlers, Alexander Riese, Marius Ohm, Julian Hinken, Marie Helms, Meret Lohmann, Marvin Kohlwey, den Schulbegleitern Jessica Kluw und Torsten Barkhof, unseren Betreuern Robert Hurdelbrink und Maximilian Eickmann sowie unseren Lehrern Rolf-Uwe Engel und Ulrike Krüger mit Blindenführhund Bauxi


und an den Verein für Sinti und Roma in Niedersachsen e. V.


Brief vom 11.02.2015:


Verein für Sinti und Roma in Niedersachsen e. V.
Rosenrotweg 22
30175 Hannover

Besuch in der Klasse AW 1

-nach Schülerdiktat-

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir sind sieben Schülerinnen und Schüler aus der Klasse AW 1 der Förderschule Sehen (Blinde) und geistige Entwicklung am Landesbildungszentrum für Blinde in Hannover. Wir arbeiten gern in Projekten. Wir beschäftigen uns gerade mit dem Boxer „Rukeli" Trollmann. Unsere Lehrer haben uns erzählt, dass Sinti und Roma es auch heute noch manchmal nicht so leicht in Deutschland haben. Wir würden nun gerne wissen, ob das stimmt. Deshalb möchten wir fragen, ob Sie vielleicht Zeit und Lust haben, uns einmal in unserer Klasse zu besuchen. Dann könnten Sie uns davon erzählen.

Viele liebe Grüße aus dem schönen LBZB von der Klasse AW 1 mit Janosch Wahlers, Alexander Riese, Marius Ohm, Julian Hinken, Marie Helms, Meret Lohmann, Marvin Kohlwey, den Schulbegleitern Jessica Kluw und Torsten Barkhof, unseren Betreuern Robert Hurdelbrink und Maximilian Eickmann sowie unseren Lehrern Rolf-Uwe Engel und Ulrike Krüger mit Blindenführhund Bauxi


Weil wir aber auch noch etwas über das Boxen erfahren wollten, haben wir einen Brief an den Polizeisportverein geschrieben.


Brief vom 17.11.2014:


Besuch der Boxsportabteilung

- nach Schülerdiktat -

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir sind sieben Schülerinnen und Schüler der Klasse AW 1 aus dem Landesbildungszentrum für Blinde in Hannover. Wir arbeiten gern in Projekten. Wir beschäftigen uns gerade mit dem Boxer „Rukeli" Trollmann.
Da wir alle nicht so gut sehen können oder sogar ganz blind sind, wissen wir nicht, wie so ein Boxring und Boxhandschuhe aussehen. Deshalb wollten wir Sie mal fragen, ob Sie uns diese Sachen mal zeigen könnten. Wir können aber leider immer nur vormittags, weil einige von uns Tagesschüler sind und nach der Schule nach Hause fahren.
Wir würden uns sehr freuen, wenn das klappen könnte.
Viele liebe Grüße aus dem Landesbildungszentrum für Blinde mit Janosch Wahlers, Alexander Riese, Meret Lohmann, Julian Hinken, Marvin Kohlwey, Marie Helms, Marius Ohm, unseren Betreuern Robert Hurdelbrink, Maxi Eickmann, Jessica Kluw, Torsten Barkhof sowie unseren Lehrern Rolf-Uwe Engel und Ulrike Krüger mit Blindenführhund Bauxi


Auf diesen Brief haben wir leider keine Antwort bekommen.

Unsere Lehrer haben uns dann aus der Zeitung vorgelesen, dass es in Hannover Buchholz ein Jugendsportzentrum gibt, wo man Boxen lernen kann. Deshalb haben wir eine E-Mail dorthin geschrieben und gefragt, ob wir da mal hinkommen dürfen.

 

Mail vom 09.01.2015:


An: 51.55.03 JSZ Buchholz

Betreff: Jugendsportzentrum, Angebot fürs Boxen

- Nach Schülerdiktat -

Sehr geehrter Herr Biskup,wir sind sieben Schülerinnen und Schüler aus der Klasse AW 1 der Förderschule Sehen (Blinde) und geistige Entwicklung am Landesbildungszentrum für Blinde in Hannover. Wir arbeiten gern in Projekten.Zurzeit beschäftigen wir uns mit dem ehemaligen Boxer Rukeli Trollmann für einen Schülerwettbewerb. Wir wissen wenig über das Boxen. Da wir alle blind sind oder nur noch sehr schlecht sehen können, wissen wir auch nicht, wie zum Beispiel ein Boxring, Boxhandschuhe oder ein Boxsack aussieht. Deshalb wollten wir Sie mal fragen, ob Sie uns diese Sachen zeigen und auch etwas über das Boxen erzählen könnten. Wir würden gerne mal zu Ihnen kommen, aber wir können leidr immer nur vormittags. Ist das möglich? Unsere Lehrer haben uns nämlich aus der Zeitung vorgelesen, dass Sie sich mit dem Boxen auskennen.Viele liebe Grüße aus dem Landesbildungszentrum für Blinde von der Klasse AW 1 mitJanosch Wahlers, Alexander Riese, Marie Helms, Julian Hinken, Marius Ohm, Meret Lohmann, Marvin Kohlwey, den Betreuern Torsten Barkhof, Jessica Kluv, Robert Hurdelbrink, Maximilian Eickmann sowie unseren Lehrern Rolf-Uwe Engel und Ulrike Krüger mit Blindenführhund Bauxi,

Wir haben gleich eine Antwort bekommen, über die wir uns sehr gefreut haben.


Mail vom 10.01.2015:


Hallo liebe Klasse AW 1,
gerne könnt ihr mal bei uns vorbei schauen. Allerdings würde ich es toll finden wenn ihr auch Lust hättet, das Boxen auch mal selbst bei uns an diesem Tag auszuprobieren.
Vormittags könnte ich montags, donnerstags oder freitags. Gerne von 11-13 Uhr oder von 12-14 Uhr, wenn euch das passt.
Mitbringen müsstet ihr dann Sportklamotten und Turnschuhe für drinnen.
Einen konkreten Termin kann ich ja mit eurem Klassenlehrer absprechen.
Bis bald... Gruß Jan Biskup


Am Donnerstag, den 19.02.2015 haben wir wieder einen Ausflug gemacht. Wir waren zuerst im Altwarmbüchener Moor. Dort steht ein Mahnmal für die Sinti, die dorthin vertrieben wurden und dann nach Auschwitz und andere Konzentrationslager deportiert wurden.

Der Name von „Rukeli" Trollmann steht auch auf dieser Tafel und auch der von seiner ganzen Familie. Es waren aus seiner Familie insgesamt sechs Personen.


Das Mahnmal  Ansicht von vorne


Die Klasse AW1 betrachtet das Mahnmal (Ansicht von hinten)n


Danach sind wir ins Jugendzentrum zum Boxen gefahren. Darüber hat unsere Klassenkameradin Marie einen ganz tollen Bericht geschrieben.


Bericht von Marie:


Unser Besuch im Jugendsportzentrum

Wir sind mit dem Schulbus und mit dem Caddy zum Boxen gefahren. Als wir dort waren, hatten sich drei sehr nette Männer vorgestellt: Marco, Jan und Anton.
Kurze Zeit später haben wir unsere Sportschuhe angezogen und sind in einen Boxring gegangen. Danach durften wir einen Schutzhelm aufsetzen und Boxhandschuhe anziehen. Dann mussten wir gegen einen Boxsack schlagen und ich war so stark!! Es wurden von mir sogar einige Fotos und Videos gemacht. Ich war so begeistert über das Boxen.
Unser Trainer hat gesagt, dass zwei Klassenkameraden und ich sehr gut waren.
Er war stolz auf uns. Der Boxring war groß. Es war der allerbeste Ausflug, den ich gemacht habe.
Vor dem Boxen waren wir noch in Altwarmbüchener Moor und haben uns ein Mahnmal angesehen. Unser Lehrer hat uns vorgelesen, was darauf stand.
Das Mahnmal war in einem ausgetrockneten Moor. Beide Ausflüge waren super. Am besten aber war das Boxen!!

Marie Helms


Wir haben auch ein paar tolle Bilder gemacht.


Marvin mit einem Schutzhelm


Marie strahlt mit Boxhandschuhen


Die Klasse AW 1 im Boxring


Wenn wir uns mit einem Projekt beschäftigen, schauen unsere Lehrer auch immer nach,
ob es ein Gedicht gibt, das zu diesem Thema passt. Unser Klassenkamerad Janosch kann nämlich wie kein anderer Gedichte auswendig lernen und vortragen. Wenn Janosch jemandem sein Gedicht aufgesagt hat, erzählen wir von unserem Projekt.

Hören Sie sich das Gedicht doch mal an. Es heißt:


Ich wünsche Dir einen Mund

Ich wünsche Dir einen Mund,
der das Unrecht beim Namen nennt
und der nicht verlegen ist
um ein Wort des Trostes und der Liebe
zur rechten Zeit.

Ich wünsche Dir Hände,
mit denen Du liebkosen
und Versöhnung bekräftigen kannst
und nicht festhalten,
was Du in Fülle hast
und teilen kannst.

Ich wünsche Dir Füße,
die Dich auf den Weg bringen
zu dem, was wichtig ist,
und nicht stehen bleiben
vor den Schritten,
die entscheidend sind.

Ich wünsche Dir ein Rückgrat,
mit dem Du aufrecht
und aufrichtig leben kannst
und das sich nicht beugt
vor Unterdrückung,
Willkür und Macht.

Ich wünsche Dir ein Herz,
in dem viele Menschen zuhause sind,
und das nicht müde wird,
Liebe zu üben und Schuld zu verzeihen.


(Quelle unbekannt - jüdischer Wunsch)

 


 


Download : Ich wünsche Dir einen Mund, vorgetragen von Janosch Wahlers (mp3)

 


Wir organisieren mit unserer Klasse auch öfter mal Konzerte und Lesungen an unserer Schule.
Für den 29.05.2015 haben wir eine Sinti-Band zu uns ins LBZB eingeladen.


Brief vom 13.02.2015:


Mandy Florian
Grenzstr. 24
27374 Visselhövede

Konzertanfrage

-nach Schülerdiktat-

Hallo zusammen,
wir sind sieben Schülerinnen und Schüler aus der Klasse AW 1 aus der Förderschule Sehen (Blinde) und geistige Entwicklung am Landesbildungszentrum für Blinde in Hannover. Wir interessieren uns sehr für Musik und gehen auch gern zu Konzerten. Manchmal gibt es auch Konzerte bei uns an der Blindenschule. Vor einigen Jahren waren Sie auch schon einmal bei uns und haben für uns ein Konzert gegeben. Das war richtig toll. Die ganze Aula hat gerockt. Deshalb wollten wir Sie fragen, ob Sie mal wieder solche Musik für uns spielen können und was das kostet.
Wir würden uns freuen, wenn Sie uns antworten würden.
Viele liebe Grüße aus der Klasse AW 1 mit Janosch Wahlers, Alexander Riese, Marie Helms, Julian Hinken, Marius Ohm, Meret Lohmann, Marvin Kohlwey sowie unseren Schulbegleitern Jessica Kluw und Torsten Barkhof, den Betreuern Robert Hurdelbrink und Maximilian Eickmann und unseren Lehrern Rolf-Uwe Engel und Ulrike Krüger mit Blindenführhund Bauxi


Diese Band war vor ein paar Jahren schon mal bei uns und hat die ganze Aula gerockt.
Bis das Konzert ist, wollen wir in unserem Schulgebäude einen Schaukasten gestalten, in dem wir unser Projekt über „Rukeli" Trollmann zeigen.
Bei dem Konzert wollen wir dann unseren anderen Mitschülerinnen und Mitschülern berichten, was wir gemacht haben und dass sie es sich in unserem Schaukasten ansehen können.

Hoffentlich gefällt ihnen unser Projekt, uns hat es viel Spaß gemacht.


Die Klasse AW 1
mit Janosch Wahlers, Alexander Riese, Marie Helms, Julian Hinken, Marius Ohm, Meret Lohmann, Marvin Kohlwey sowie unseren Schulbegleitern Jessica Kluw und Torsten Barkhof, den Betreuern Robert Hurdelbrink und Maximilian Eickmann und unseren Lehrern Rolf-Uwe Engel und Ulrike Krüger mit Blindenführhund Bauxi



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