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Betriebsbesichtigung beim Fagus-Werk

Am 16. Oktober 2013 besuchten die kaufmännische und hauswirtschaftliche Ausbildung vom Landesbildungszentrum für Blinde das Fagus-Werk in Alfeld und nahmen mit großem Interesse an einer Betriebsbesichtigung teil.


Wir trafen uns um 09:30 Uhr am Pförtnerhaus und sind dann mit zwei Bussen gemeinsam mit unserer Ausbilderin und unseren Ausbildern nach Alfeld gefahren. Leider hat es während der Fahrt und in Alfeld die ganze Zeit geregnet.


Wegen des Regens trafen wir uns in dem hiesigen Tagungsraum und wurden herzlich von Herrn Schünemann vom Fagus-Werk, GreCon Management begrüßt. Als erstes berichtete Herr Schünemann uns über die Geschichte und Entwicklung des Unternehmens.


Das Faguswerk in Alfeld entstand im Jahr 1911 durch Firmengründer Carl Benscheidt und dem vom Firmengründer angeworbenen Stararchitekten Walter Gropius, welcher für die besondere Architektur des Betriebes verantwortlich war. Außerdem wurde das Unternehmen am 25. Juni 2011 zum UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet. Das Gebäude repräsentiert eine Architekturfassung aus Glas und Stahl mit den damaligen Bedürfnissen nach Licht, Luft und Klarheit. Produziert werden „Fagus-Schuhleisten“, „GreCon-Mess- und Brandschutz-systeme“ und „Grecon Dimter Keilzinkanlagen“.


Die Firmengeschichte beginnt 1911 mit dem Bau der Betriebshallen. Der Ursprungs-bau der Moderne“ ist Zeichen einer einzigartigen Zusammenarbeit zweier sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten. Carl Benscheidt beauftragte 1911 den jungen Walter Gropius, der bis dahin noch gänzlich unbekannt war, dieses Werk zu entwerfen. Durch die Kooperation beider wurde im Unternehmen die bedeutende Architektur mit produktiven Leben erfüllt, das bis zum heutigen Tage erhalten blieb. Noch immer werden in den Räumen Schuhleisten produziert. Allerdings werden die „Schuhleisten“ heute nicht mehr aus Buchenholz, sondern aus Kunststoff hergestellt. Die Betriebsräume wurden sehr hell und mit vielen Fenstern errichtet. Durch die Helligkeit des Tageslichts wollte man für die gute Arbeitsatmosphäre sorgen.


Nachdem Herr Schünemann uns über die Geschichte und über die Archetektur aufgeklärt hatte, konnten wir in die Produktionsstätte. In den Produktionsräumen hörten wir die Maschinen, die die Kunststoffleisten hergestellten. Die „Schuhleisten“ konnten wir dann in die Hand nehmen, anfassen und fühlen.


Aufgrund einer minimalen Anfrage für die Schuhleisten musste die Firma sich auf andere Bereiche spezialisieren. Die anderen Bereiche sind zum Beispiel „Inline-Spalterfrüherkennung mit der Ultraschallmessanlage“ oder „Inline-Dickenmessung zur Qualitäts- und Produktsicherheit“.


Das Produkt-Portfolio von GreCon reicht von der Funkenlöschanlage über den Pressenschutz bis hin zum optischen Scanner und Röntgenscanner. Brand- und Explosionsschutzlösungen sichern in den unterschiedlichsten Industrien eine unterbrechungsfreie Fertigung und vermeiden Sach- und Personenschäden. Messtechniksysteme für die permanente Kontrolle von Prozessparametern sind die Basis für eine effiziente Herstellung von qualitativ hochwertigen Produkten. Der gezielte Einsatz von „GreCon-Produkten“ ermöglicht eine sichere, effiziente und wirtschaftliche Fertigung.


Nach der Führung konnten wir noch in die tolle Ausstellung gehen und die besonderen Ausstellungsstücke taktil erfassen und die offen gehaltenen Räume wahrnehmen, wo vor vielen Jahren früher das Holz für die Schuhleisten gelagert und getrocknet wurde. Die Räume wurden renoviert und werden nun als Ausstellungs-räume für vielfältige und eine großartige Geschichte genutzt.


Ausstellungsräume:

S1 Carl Benscheidt, Walter Gropius

S2 Baugeschichte und Restaurierung

S3 Was Schuhleisten leisten

S4 Hundert Jahre Schuhmode

S5 Lebendes Denkmal


Mittags trafen wir uns zum gemeinsamen Mittagessen mit allen in dem „Fagus-Gropius-Café“. Nachmittags fuhren wir mit vielen tollen Eindrücken und Erlebnissen dieser gelungen Betriebsbesichtigung zurück.


Andreas Trupp

Auszubildender im 2. Ausbildungsjahr (Kaufmann für Bürokommunikation)



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