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Projekt Bühne

Das LBZB nutzt gezielt auf vielfältige Weise das pädagogische Mittel der Bühne, um auf kreative und phantasievolle Weise persönlichkeitsstärkende Fähigkeiten zu wecken und nachhaltige Erlebnisse zu ermöglichen, die unsere Schülerinnen und Schüler, Auszubildenden und Teilnehmenden auf den Berufsalltag übertragen und nutzen können.

  • Organisieren, Durchführen und Moderieren von Veranstaltungen (Benefizveranstaltungen, Verabschieden von Mitarbeitern des LBZB)
  • Moderation und Mitgestaltung der LBZB -Weihnachtsfeier
  • Theaterprojekte inkl. Aufführung mit internen Theaterpädagogen

 

In der Vorbereitungsarbeit und Durchführung der genannten Veranstaltungen üben die Beteiligten den Umgang und den gezielten Einsatz von Sprache, Stimme, Körpersprache und Präsenz. Insbesondere blinde oder sehbehinderte Menschen entwickeln vor großem Publikum Mut und erweitern ihre Grenzen durch die Bühnenerfahrung. Durch Feedback und Resonanz in diesem nicht alltäglichen Rahmen erleben sie ein hohes Maß an Selbstwirksamkeit und Kompetenz.

Wahlpflichtkurs (WPK) „Theater“ in der Sekundarstufe I, II

Seit 2010 gibt es an unserer Schule das Wahlpflichtangebot WPK Theater, bei dem interessierte Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, sich schauspielerisch auszuprobieren.

 

Der WPK Theater steht immer allen Interessierten offen, unabhängig davon, ob sie erfahren sind oder nicht, Talent mitbringen oder nicht, ob sie mutig sind oder eher ängstlich. In diesem Jahr erarbeiteten wir eine amüsante Parodie von „Frühstück bei „Tiffany“. In der Regel geht es dabei fast immer um das Thema des alljährlich stattfindenden Theaterfestivals Klatschmohn des TPZ Hannover (Theaterpädagogisches Zentrum Hannover). Das Festival findet alljährlich im Juni im Theater des Kulturzentrums Pavillon statt. Am Ende des Schuljahres gibt es meist auch noch eine Premiere im Landesbildungszentrum für Blinde oder es werden andere Schulen auf uns aufmerksam und die Theatergruppe wird für einen Theatertag engagiert.

Warum sollte man überhaupt „Theaterspielen lernen“?

  • „Theaterspielen“ macht Spaß!
  • Theater schult die Kooperationsfähigkeit und die Verantwortungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler, denn: Ein Theater-Ensemble muss sich jederzeit aufeinander verlassen können, sonst ist keine Theatervorstellung möglich. Selbstverständlich gehören gruppenstärkende Vertrauensübungen zum Ausbildungsprogramm, das soziale Verhalten ist oft wichtiger als das mitgebrachte "Talent".
  • Im Fach Theater ist man Teil einer festen Gruppe, die gemeinsam durch "Dick und Dünn" geht und für einander einsteht. Vor allem die soziale Kompetenz (Eingehen auf Schwächere, einander helfen usw.) wird durch Theater geschult.
  • Theater macht selbstbewusst: Theater-Schülerinnen und -Schüler haben weniger Angst frei zu sprechen. Dies kommt ihnen z.B. bei Bewerbungsgesprächen - aber auch im privaten Bereich ein Leben lang zugute.
  • Theater schult das ästhetische Urteilsvermögen, die Teilnehmenden bekommen "Lust am künstlerischen Ausdruck", sie lernen moderne Kunstformen zu verstehen und zu genießen.
  • Theater schult das eigene Reflexions- und Urteilsvermögen auch im Hinblick auf die eigene Leistung.
  • Theater lässt Schülerinnen und Schüler viel über ihre Wirkung auf andere und über sich selbst erfahren.
  • Theater ist Freiheit: denn auf der Bühne darf man alles zeigen, man darf unwiderstehlich sein oder einfach nur scheußlich. Man kann sich selbst ausprobieren und seine Wirkung auf andere immer wieder neu austesten. Gerade dieser Punkt ist wichtig für blinde und sehbehinderte Heranwachsende, die sich oft unsicher sind, wie sie eigentlich sein wollen. So hinterfragen wir gängige Rollenklischees und helfen den Teilnehmenden unabhängig von diesen Klischees ein eigenes, gefestigtes Persönlichkeitsbild zu finden.
  • Theater-blinde und sehbehinderte Schülerinnen und –Schüler sind irgendwie schon etwas „Besonderes“. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass Theater an unserer Schule nicht nur immer beliebter wurde, sondern dass auch die Teilnehmenden selbst sehr viel Anerkennung durch andere erfuhren. Sie selbst zeigen fast unermüdlichen Einsatz und opfern teilweise viel Freizeit, um das aktuelle Theaterstück fertig zu stellen.

Monika Schröer




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