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Internationaler Besuch aus Südostasien an Hildesheimer und Hannoverschen Blindeneinrichtungen

Anlässlich der 125-Jahrfeier der Hildesheimer Blindenmission und zum 1200-jährigen Jubiläum der Stadt Hildesheim besuchen derzeit sechs Chöre mit insgesamt 50 Musikerinnen und Musikern aus Hongkong, Taiwan, Myanmar, Indonesien und von den Philippinen im Rahmen ihrer Konzertreise die Hildesheimer Blindenmission (HBM) und das Landesbildungszentrum für Blinde in Hannover (LBZB).

Als älteste Blindenmission Deutschlands hat sich erstere zur Aufgabe gemacht, in den ärmsten Regionen Südostasiens blinde Kinder und Jugendliche zu unterstützen, fördern und zu einer eigenständigen Lebensführung zu befähigen. Entsprechend werden mit Hilfe von Spenden und Patenschaften lokale Schulen und Projekte unterstützt, sodass durch eine direkte Kooperation vor Ort  Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden kann
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Das LBZB wiederum bietet in Hannover und weit darüber hinaus Bildungsangebote für sehgeschädigte Menschen. Diese reichen von der Frühförderung bis hin zur beruflichen Bildung, wobei SchülerInnen sowohl vor Ort an den allgemeinen Schulen durch den mobilen Dienst begleitet als auch am LBZB direkt beschult werden bzw. ihre Ausbildung durchlaufen können.

Um den asiatischen SchülerInnen und auch den MitarbeiterInnen auf ihrer Reise die Gelegenheit zu geben, verschiedene Institutionen für blinde und sehbehinderte Menschen kennenzulernen und mit den Beteiligten vor Ort in einen Austausch zu treten, fand am Montag den 8.6.2015 auch im LBZB Hannover ein großes Konzert statt, auf welchem sich sowohl die Gäste als auch die SchülerInnen der deutschen Einrichtung von ihrer musikalischen Seite präsentieren konnten. Im Anschluss an das Konzert hatten die Hannoveraner, Hildesheimer und asiatischen SchülerInnen die Gelegenheit, in eine rege Interaktion zu treten, Erfahrungen auszutauschen und Fremdsprachenkenntnisse zu testen.

Eine am Dienstag stattfindende Lehrerkonferenz widmete sich dem Thema „Inklusion" und der internationalen Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung im schulischen Bereich. Bei dem Austausch, an welchem Vertreter von fünf der angereisten Chöre sowie das LBZB teilnahmen, wurden die regionalen Unterschiede inklusiven Beschulung deutlich, welche sich sowohl im Schulsystem als auch in vorhandenen Ressourcen manifestierten. Entsprechend kristallisierte sich z.B. heraus, dass in vielen der angereisten asiatischen Länder SchülerInnen mit einer Sehschädigung (selbstverständlich) zunächst auf die jeweiligen Blindenschulen gehen, um dort für den Besuch einer weiterführenden allgemeinen Schule befähigt zu werden, wohingegen in Deutschland viel eher von Anfang an ein doppelter Weg begangen wird und Schülers sowohl in den allgemeinen als auch in spezialisierten Bildungseinrichtungen beschult und begleitet werden.

Während sich einerseits alle Redner für eine Stärkung inklusiver Bemühungen und Ansätze aussprachen, wurde aber auch sehr deutlich, für wie notwendig die jeweiligen spezialisierten Institutionen erachtet werden und welche Bedeutung sie insbesondere für SchülerInnen mit einer mehrfachen Behinderung haben.

Avila Maschke


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